Jahresbericht

Vorwort aus dem Jahresbericht

Offenes Denken für eine offene Gesellschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Ansprache der Kanzlerin im Frühjahr 2020 hat es auf den Punkt gebracht: Im Kern hob sie hervor, dass diese Pandemie Dimension einer tiefgreifenden Krise hat, wie wir sie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt haben. Heute, ein Jahr später, begreifen viele – immer noch nicht alle – angesichts vieler menschlicher Opfer und persönlicher Verluste, wie einschneidend vor allem der Zwang zu sozialer Distanzierung gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben verändert. Mit Impfungen, Teststrategien und vielem anderen mehr, gibt es Hoffnung auf eine positive Wendung. Überstanden ist das Ganze noch lange nicht und ein Zurück zu »Vor-Corona-Zeiten« wird es nicht geben.

Als Siedlungswerk sind wir bislang im Großen und Ganzen mit unseren Mitarbeitern, Kunden und Partnern, in unseren Geschäftsfeldern gut und allen Schwierigkeiten zum Trotz erfolgreich durch die Krise gekommen. Nachhaltige Strategien, Handeln und Denken helfen. Die Werte, das Selbstverständnis und die Handlungsprinzipien des Siedlungswerks wurden weiter ausformuliert und im neu gestalteten Leitbild festgehalten. Trotz der enorm hohen und weiter gestiegenen Arbeitsbelastung kann unsere Wohnungsbau-Offensive beibehalten werden, laufen Optimierungs- und Anpassungsprozesse in Hausbewirtschaftung und Verwaltung, wie die Weiterentwicklung in der Unternehmensgruppe. Die digitale Transformation greift auf allen Ebenen. Videokonferenzen, mobiles Arbeiten von zu Hause, der Baustelle oder zwischen Geschäftsstellen und -partnern wurden in kurzer Zeit zum Standard und helfen neben allen weiteren Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen Risiken zu begrenzen.

Es gilt weiterhin, angemessen zu reagieren – unser Leitmotto für 2021. Wo es nicht anders geht, auch beherzt Maßnahmen zu ergreifen und beispielsweise Wettbewerbe, die mit großem Aufwand mehrfach vorbereitet wurden, neu zu terminieren. Es geht dabei leider Zeit verloren. Wenn dann ein Wettbewerb in hybrider Form doch noch realisiert werden kann, zeigt dies wiederum beispielhaft auch Möglichkeiten für die Zukunft auf.

Die Herausforderungen in der Wohnungswirtschaft werden nicht kleiner. Die Wohnungsfrage war schon vor Beginn der Pandemie eine der zentralen gesellschaftlichen Fragen. Es bleibt zu wünschen, dass auch Politik und Verwaltung hier mehr Ideen und Einsatz zeigen, damit Leben und Arbeiten trotz aller Restriktionen weitergehen kann. Da gibt es noch viel Potenzial. Auffällig war schon, wie schwer sich die Bürokratie tut, Prozesse zu ändern, auch mal die Amtsstube zu verlassen oder wenigstens virtuell erreichbar zu sein.

Letztlich gilt es, Formen zu finden, die eine weiterhin »offene« Gesellschaft ermöglichen, die möglichst viele mitnimmt, niemanden wirklich zurücklässt und soziales Miteinander stärkt. Da durften wir mit unserer Konzeption der »Sozial gemischten Quartiere und Hausgemeinschaften« die gute Erfahrung machen, dass Nachbarschaften helfen – auch wenn Abstand und Maske behindern.

Dies dürfen wir Ihnen, liebe Leserinnen, liebe Leser, zurufen. Bleiben Sie uns verbunden. Wir wünschen Bewahrung, gute Gesundheit und Zuversicht in dieser Zeit.

Die Geschäftsführer des Siedlungswerks

Siegfried Apfel, Jürgen Schilbach, Norbert Tobisch