Freiburg – Gutleutmatten Ost, Wettbewerb Siedlungswerk entschieden

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Freiburg – Gutleutmatten Ost "Wohnen und Arbeiten im Quartier 22"

Das Baugebiet Gutleutmatten grenzt an den geschätzten Wohnstandort Haslach. Durch die Neubaumaßnahme wird der Stadtteil eine Revitalisierung und Belebung erfahren – Tradition trifft Moderne. Das Wohnumfeld bietet bereits hervorragende Rahmenbedingungen: sämtliche Einrichtungen des täglichen Bedarfs, wie Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Kita usw. sind fußläufig gut erreichbar.

Die Siedlungswerk GmbH mit Geschäftsstelle Freiburg hat im Wettbewerbsverfahren einer Konzeptvergabe der Stadt Freiburg den Zuschlag für beide Grundstücke des Quartiers 22 im östlichen Teil von Gutleutmatten erhalten.

Die inhaltlichen Vorgaben waren eine besondere Herausforderung, die nun im Rahmen eines Architektenwettbewerbes konkretisiert werden sollten. Aufgrund der Lage der Grundstücke, im nördlichen Bereich entlang der Eschholzstraße und im südlichen Bereich zum neuen Quartiersplatz, kommt dem Erscheinungsbild der Gebäude eine hohe architektonische Bedeutung zu. Aus diesem Grund hat die Siedlungswerk GmbH im Benehmen mit der Stadt Freiburg und den Trägern Sozialdienst katholischer Frauen e.V., dem Ring der Körperbehinderten e.V. und der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V. einen Einladungswettbewerb ausgelobt.

Inhaltlich ging es um die Umsetzung von drei Leitideen: Integration von Wohn- und Betreuungsangeboten, Inklusion von Zielgruppen mit Zugangsschwierigkeiten am allgemeinen Wohnungsmarkt und die Umsetzung des vom Siedlungswerk favorisierten Modells sozial gemischter Wohnquartiere als Grundlage einer urban offenen Stadtgesellschaft, so der Geschäftsführer des Siedlungswerks Norbert Tobisch bei der Pressekonferenz am 11. Juni 2015. Schon im Wettbewerbsverfahren bewährte sich wiederum die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt Freiburg einerseits und den genannten sozialen Trägern andererseits.

Es werden insgesamt drei Gebäude mit bis zu fünf Geschossen entstehen. Im nördlichen Gebäude an der Eschholzstraße werden ca. 18 sozialgeförderte Mietwohnungen (nach dem Landeswohnraumförderprogramm) sowie eine Wohngruppe für den Ring der Körperbehinderten e.V. und im Erdgeschoss das Beratungs- und Betreuungszentrum des Sozialdienst katholischer Frauen e.V. untergebracht. Im südlichen Gebäude entlang der Eschholzstraße sind weitere 8 bis 10 sozialgeförderte Mietwohnungen geplant. In einem Teilbereich des Erdgeschosses wird das Projekt Ambulant Intensiv betreutes Wohnen der Freiburger Hilfsgemeinschaft mit Beratungs- und Trainingswohnen untergebracht. Zudem erhält die Freiburger Hilfsgemeinschaft im 1. Obergeschoss noch fünf Appartements. Die übrige Teilfläche im Erdgeschoss wird dem Beratungs- und Betreuungszentrum des Sozialdiensts katholischer Frauen e.V. zugeschlagen. m hinteren Gebäude zum Quartiersplatz entstehen insgesamt 16 Eigentumswohnungen von denen acht nach dem Siedlungswerk-Standard „Freiräume schaffen“ geplant und errichtet werden.

Die Wettbewerbsunterlagen wurden am 13. Februar 2015 ausgegeben. Die Preisgerichtssitzung fand am 10. Juni 2015 unter Vorsitz von Herrn Prof. Tobias Wulf in Freiburg statt.

Das Preisgericht empfahl nach einer knapp achtstündigen intensiven Sitzung einstimmig, im 1. Rang das Architekturbüro Böwer Eith Murken, Freiburg, mit AG Freiraum Dittus-Böhringer, mit dem 2. Preis auszuzeichnen. Die vorerwähnte anspruchsvolle Aufgabenstelle erfordert nun im Weiteren eine sorgsame Durcharbeitung des Gesamtkonzeptes mit der Möglichkeit des direkten Austausches mit Auslober, sozialen Trägern und Stadt Freiburg.

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

Durch die Reduzierung der Gebäudetiefen in den Obergeschossen wird ein qualitativ anspruchsvoller Innenraum gewährleistet. Positiv wird der Umgang mit der Topographie und dem Abschluss durch eine vorgelagerte Erschließungszone zur Eschholzstraße gewertet.

Durch die konsequente Erschließung der Gebäude von den jeweiligen Straßenseiten wird ein ruhiger privater Freiraum geschaffen. Die Adressbildung mit separaten Zugängen für die sozialen Träger ist gut gelöst. Nachteilig wird jedoch die Zugänglichkeit der Freianlagen aus den Obergeschossen bewertet. Die Erschließung des Gebietes an der Eschholzstraße wird durch vorgelagerte Treppen und Rampenanlagen gelöst. Dies wird kontrovers diskutiert. Positiv unter Berücksichtigung der barrierefreien Erreichbarkeit, problematisch im Erscheinungsbild und hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit. Die Tiefgaragenrampe ist zu kurz, dadurch ist das Untergeschoss in dieser Form nicht umsetzbar.

Die Baukörper sind differenziert gestaltet, die Gewerbenutzung im Erdgeschoss ist gut ablesbar. Der Schallschutz für die Freibereiche, Balkone und Loggien an der Westseite ist nicht nachgewiesen.

In den Gewerbebereichen wird das Raumprogramm nicht vollständig erfüllt. Die funktionalen Zusammenhänge sind in Teilbereichen nicht gewährleistet. Die Wohnungen sind weitgehend ost-west-orientiert, das Durchwohnen zum ruhigen Innenhof lässt eine hohe Wohnqualität im Bereich der Eigentumswohnungen erwarten. Dies wäre auch bei den Mietwohnungen wünschenswert.

Die zulässige bauliche Nutzung wird zwar nicht voll ausgenutzt, dennoch ermöglichen die kompakten Baukörper mit optimierten Verkehrsflächen eine wirtschaftliche Realisierung.

Weitere Preise und Anerkennungen gingen an folgende Architekturbüros:

  • 3. Preis : Hübner + Erhard und Partner, Heidelberg

  • Anerkennung: Hähnig + Gemmeke Architekten, Tübingen

  • Anerkennung: Haberbeck Schlempp Architekten BDA, Freiburg

Die Arbeiten der Preisträger wurden von Freitag, 12. Juni 2015 bis Donnerstag, 25. Juni 2015 im Technischen Rathaus, Fehrenbachallee 12, 79106 Freiburg, 2. Obergeschoss, ausgestellt.