Rosensteinviertel, Stadtquartier Nordbahnhof-/Friedhofstraße in Stuttgart – Wettbewerb entschieden

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Rosensteinviertel
Neues Stadtquartier Nordbahnhofstraße/Friedhofstraße
Weiterer Architektenwettbewerb im Rosensteinviertel entschieden

In Nachbarschaft zum Europaviertel wird das Siedlungswerk Stuttgart Ende dieses Jahres mit den Arbeiten für den 1. Bauabschnitt des neuen Rosensteinviertels beginnen.

Dem Siedlungswerk ist es gelungen, weitere 2,2 ha des südlich angrenzenden Areals der Firma Auto-Staiger zu erwerben. Gemeinsam mit dem Eigenbetrieb leben & wohnen (ELW) der Landeshauptstadt Stuttgart hat das Siedlungswerk einen weiteren Architektenwettbewerb ausgelobt.

Im künftigen mischgenutzten Stadtquartier mit Schwerpunkt urbanem Wohnen sollen ca. 380 Wohnungen unterschiedlichster Prägung entstehen. Der Wohnungsbau besteht dabei überwiegend aus Stadtwohnungen sowie aus einem Anteil von ca. 20 % gefördertem Wohnungsbau gemäß »Stuttgarter Innenentwicklungsmodell« (SIM).

Im selben Quartier erstellt der Eigenbetrieb Leben & wohnen (ELW) gleichzeitig eine neue Betreuungseinrichtung, welche das bisherige Männerwohnheim ersetzt. Außerdem ist angedacht, eine Pflegeakademie neu zu etablieren.

Zentraler Bestandteil der Neukonzeption ist ein Nachbarschaftshaus mit einem »Raum der Begegnung«, einer 8-gruppigen Kita sowie generationenübergreifendem Wohnen.

Nach mehr als zehn Stunden empfahl das Preisgericht einstimmig, an den Entwurf des Architekturbüros KBK Architekten GmbH Belz Lutz, Stuttgart den ersten Preis zu vergeben.

Auszug aus dem Preisgerichtsprotokoll

»Der Entwurf überzeugt durch eine städtebauliche und stadträumliche Qualität. Die Öffnung des Quartiers Ecke Friedhof-/Nordbahnhofstraße ist sehr großzügig und lässt die Nutzung der Kita, der Pflegeakademie und der Betreuungseinrichtung erleben. Auch die Wohnnutzungen sind durch die Öffnungen in der gefassten Nordbahnhofstraße als Adresse sehr gut erkennbar.

Die Freiraumgestaltung überzeugt ebenfalls durch die klare Auffindbarkeiten von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Bereichen. Das gesamte Wohnquartier ist autofrei (Ausnahme Müll- und Feuerwehrfahrzeuge) und besticht durch die Qualität der fußläufigen Erschließung.
Lediglich die Betreuungseinrichtungen sind von Besuchern auch mit dem Auto erreichbar. Die Zufahrt über das Grundstück Nordbahnhofstraße 31 ist so nicht möglich.

Die Raumprogramme sind gut erfüllt. Die Betreuungseinrichtung ist frühzeitig baubar und funktioniert sehr gut. Die Zimmergröße ist allerdings unter dem Limit.

Die Orientierung einiger Wohnungen in den Punkthäusern Richten Nordosten ist nicht optimal. Das Gebäude 14 steht zu nah am Männerwohnheim. Der Entwurf zeigt in seiner architektonischen Qualität eine durchgängige, überzeugende Haltung. Alle Programmteile finden sich in der gleichen Qualität wieder.

Wirtschaftlich liegt der Entwurf im oberen Bereich.

Zusammenfassend wird festgehalten, dass der Entwurf die Konzeption eines sozial gemischten Quartiers hervorragend umsetzt.«

Die weiteren Preise und Anerkennungen gingen an folgende Architekturbüros

  • 2. Preis: pfp Architekten BDA, Hamburg, in AG mit Schwille Architekten, Reutlingen
  • 3. Preis: Loweg & Pfeil, Freie Architekten und Stadtplaner, Stuttgart
  • 4. Preis: Ackermann + Raff GmbH & Co. KG, Tübingen/Stuttgart
  • 5. Preis: pp a|s pesch partner architekten stadtplaner BDA|SRL, Stuttgart
  • Anerkennung: Becker + Haindl, Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten, Stuttgart
  • Anerkennung: Lips + Teichert, March-Hugstetten

Interessant wird auch das geplante Mobilitätskonzept sein, welches im Rosensteinviertels erstmals durch das Siedlungswerk entwickelt wird. Ziel dieses Konzeptes ist es, ein Wohnquartier zu schaffen, welches beispielhaft ein elektromobiles Carsharing-Modell mit einem regenerativen Energiekonzept verbindet und dabei alle Bewohner des Quartiers erreicht. Mit diesem Vorhaben ist das Siedlungswerk Teil des Forschungsprojektes »LivingLab BWe mobil«, in dem auch weitere namhafte Firmen aus der Region, wie Daimler, Porsche und Bosch vertreten sind. Die Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes für unser Wohnquartier Rosensteinviertels wird in den nächsten drei Jahren vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert und begleitet.

Insgesamt wird das Siedlungswerks in das Stadtquartier Nordbahnhof-/Friedhofstraße bis zur Fertigstellung ca. 140 Mio. € investieren.

Der Entwurf des ersten Preisträgers soll als Grundlage für einen Bebauungsplan dienen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2015 geplant. Das Gesamtprojekt wird in mehreren Bauabschnitten realisiert, so dass mit der Fertigstellung des Rosensteinviertels etwa im Jahre 2018 zu rechnen ist.

Die Betreuungseinrichtung für alleinstehende Männer des ELW der Landeshauptstadt Stuttgart ist im Vorgriff auf die Durchführung der Gesamtbaumaßnahme als eigenständiges Vorhaben auf einem separaten Grundstück vorgesehen.

Alle Arbeiten wurden am Dienstag, 4.6.2013, von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 14.00 bis 16.00 Uhr im Kulturbetrieb Wagenhallen, Innerer Nordbahnhof 1, 70191 Stuttgart, ausgestellt.

Die Preisträger und Anerkennungen wurden dann von Mittwoch, 5.6.2013, bis Donnerstag, 13.6.2013, im Autohaus Staiger, Verwaltungsgebäude 4. OG, Nordbahnhofstr. 25, 70191 Stuttgart, ausgestellt.

Stuttgart, den 4.6.2013
Siedlungswerk
Bruno Möws, Geschäftsführer